Erben und Vererben

Wer das Schicksal des eigenen Vermögens auch nach seinem Tod nicht einfach der gesetzlichen Erbfolgeregelung überlassen möchte, muss zu Lebzeiten etwas dafür tun.

 

Das deutsche Erbrecht kennt eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, die es bei sinnvoller Kombination erlauben, nahezu jedes vom Erblasser gewünschte Ergebnis herbeizuführen. Grenzen werden hierbei im Wesentlichen nur durch das Pflichtteilsrecht gezogen.

 

Um diese Möglichkeiten praktisch nutzen zu können, bedarf es zweierlei:

1. Man muss sich zum einen als künftiger Erblasser Klarheit darüber verschaffen, welche Ziele man mit einer Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) verfolgen möchte.

2. Zum anderen muss geklärt werden, welche rechtlichen Instrumentarien dafür in Frage kommen und wie die einzhelnen Maßnehmen  sinnvoll aufeinander abgestimmt werden können.

 

Sollten die Konseqenzen, die sich aus der gesetzlichen Erbfolge ergeben, mit den Vorstellungen und Wünschen des Erblassers übereinstimmen, braucht dieser nichts zu veranlassen, sondern kann sich für den Fall seines Todes mit dem Eingreifen der gesrtzlichen Erbfolge zufriedengeben.

 

Bei den erbrechtlichen Gestaltungsinstrumentarien stehen das Testament in seinen verschiedenen Ausgestaltungsmöglichkeiten und der Erbvertrag zur Verfügung. Letzter bedarf stets der notariellen Beurkundung.

 

Beim Testament unterscheidet man das privatrechliche Testament vom notariellen Testament, das nur von einem Notar errichtet werden kann. Das privatrechtliche Testament muss nicht nur eigenhändig unterschrieben, sondern in vollem Umfang handschriftlich geschrieben sein.

 

Das notarielle Testament schreibt der Notar gemäß den Vorstellungen des Erblassers. Dieses notarielle Testament wie auch der Erbvertrag werden vom beurkundenden Notar beim zuständigen Nachlassgericht hinterlegt. Damit ist gewährleistet, dass Testament und Erbvertrag beim Tode des Erblassers präsent sind und vollzogen werden können.

 

Anders stellt sich die Situation beim privatschriftlichen Testament dar, wenn der Testierende es -was ebenfalls möglich ist- nicht beim zuständigen Nachlassgericht hinterlegt. Zur Hinterlegung des handschriftlich verfassten Testaments ist unbedingt zu raten, zumal die dafür anfallende Gebühr minimal ist. Sollte das Testament im Todesfalle nicht auffindbar sein, greift unweigerlich die gesetzliche Erbfolge.

 

Angesichts der Unübersichtlichkeit der Materie empfiehlt es sich, bei Bedarf die fachkundige Hilfe eines Rechtsanwaltes, eines Notars oder eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen.

 

Informationen zum Erbrecht enthält die Broschüre "ERBRECHT" vom Ministerium der Justiz des Landes Rheinland-Pfalz Ernst-Ludwig-Str. 3, 55516 Mainz die Sie dort oder bei der Betreuungsstelle der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, Peter-Altmeier-Platz 1, 56410 Montabaur kostenlos anfordern können.